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Soziale Medien

Europa am Dienstag

  • Noch nie waren populistische Parteien in Europa so stark. Sind die beißende Kritik und Polemik gegen Europa eine Gefahr für die EU und unsere Demokratie? Diese Frage diskutierte Siebo Janssen mit den 37 Teilnehmenden im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Europa am Dienstag". Moderiert wurde der Abend von Jochen Leyhe.

    EaD Populismus 300Winfried Brömmel von EUROPE DIRECT Aachen hieß die Teilnehmenden herzlich willkommen und übergab sodann das Wort an Moderator Jochen Leyhe. Dieser leitete den Abend mit der Frage nach der Definition von Populismus ein. Siebo Janssen erklärte, dass es keine einheitliche Definition von Populismus gäbe, da Populismus vieles sein kann. Grundlegend zeichnen sich populistische Parteien durch die artikulierte Angst vor Zuwanderung, Ablehnung des europäischen Integrationsprozesses und von Europa sowie durch die Leugnung des Klimawandels aus.

    Anschließend wurde darüber diskutiert, wieso die rechtspopulistische Partei "Alternative für Deutschland (AfD)" so schnell so groß werden konnte. Hierbei wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Rechtspopulismus in Deutschland nicht plötzlich entstanden ist, sondern dass Deutschland schon länger auf dem rechten Auge blind gewesen ist. Die Bundesrepublik ist damit allerdings nicht allein: Auch in anderen europäischen Ländern sind rechtspopulistische Parteien auf dem aufstrebenden Ast. Zuletzt konnte die rechtspopulistische Partei "VOX" in den spanischen Parlamentswahlen stark zulegen.

    Aus Sicht von Siebo Janssen ist gerade der Rechtspopulismus hochgefährlich für die Demokratie und die europäische Integration. Das zeigt, wie wichtig es ist, demokratische Prozesse auf nationaler und europäischer Ebene voranzutreiben. In diesem Zusammenhang machte Herr Janssen auf die Bürgerbewegung "Pulse of Europe" aufmerksam, die in vielen Städten Deutschlands und Europas für ein starkes, geeintes Europa auf die Straßen geht. In solchen Bürgerbewegungen können sich Interessierte engagieren und ihre Ideen für Europa einbringen.

    Wir von EUROPE DIRECT möchten uns, auch im Namen der Route Charlemagne Aachen, herzlich bei Siebo Janssen, Jochen Leyhe und den Gästen für einen lehrreichen Abend sowie die spannende Diskussion bedanken.
    Europa am Dienstag findet am 10.12.2019 wieder statt, dann mit dem Thema "Sicherheit in der Euregio: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist unverzichtbar".

  • Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen werden die Stimmen nach einer stärkeren Eigenständigkeit der EU auch auf verteidigungspolitischem Gebiet lauter. So haben 25 EU-Staaten 2017 eine ständige strukturierte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verteidigung beschlossen.

    19 10 29 EaDSo haben Präsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel im Jahr 2018 wiederholt den Aufbau einer europäischen Armee gefordert und 25 EU-Staaten haben bereits Ende 2017 eine ständige strukturierte Zusammenarbeit (PESCO) auf dem Gebiet der Verteidigung beschlossen. Dieses Thema diskutierte Prof. Ralph Rotte vom Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen mit den 42 Teilnehmern heute im Grashaus im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Europa am Dienstag".

    Nachdem Winfried Brömmel von EUROPE DIRECT Aachen die Teilnehmenden begrüßt hatte, ergriff Prof. Rotte das Wort und begann mit seinem Vortrag über die europäische Armee. Er stellte zuerst die EU in der Integrationsgeschichte vor und welche relevanten Verträge seit Beginn der EU unterschrieben worden sind. Zunächst skizzierte Prof. Rotte die neuen und alten Herausforderungen der EU und ihre aktuellen Militärkooperationen weltweit. Die aktuelle Debatte von Frankreich und Deutschland über eine europäische Armee stellte Prof. Rotte als "déjà vu" in der europäischen Geschichte vor: Die aktuellen Grundprobleme der EU seien die gleichen wie 1950. Als Schlusskapitel stellte Prof. Rotte die bleibenden Grundfragen über die europäische Armee dar, nämlich die Finalitätsfrage, die Souveränitätsfrage, die Strategiefrage und die Effizienzfrage.

    Nach dem Vortrag wurden die Interessierten dazu aufgerufen, Fragen zu stellen. Es wurde zuerst gefragt, ob die Beistandspflicht wieder erläutert werden könnte. Die Frage über die Notwendigkeit einer europäischen Armee bzw. die Vorteile dieser wurde auch gestellt. In dieser anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde insbesondere betont, dass eine europäische Armee das Organisatorische und Entscheiden einfacher machen würde, da die künftig 27 Länder nicht mehr individuell zustimmen müssten. Allerdings fließen nationalen Interessen auch ein und können sehr unterschiedlich sein. Dieser Unterschied könnte bei der Schaffung einer europäischen Armee teilweise sehr problematisch sein.

    Wir von EUROPE DIRECT möchten uns, auch im Namen der Route Charlemagne Aachen, herzlich bei Siebo Janssen, Jochen Leyhe und den Gästen für einen lehrreichen Abend sowie die spannende Diskussion bedanken.
    Europa am Dienstag findet am 12.11.2019 wieder statt, dann mit dem Thema "Populismus in Europa: Immer noch auf dem Vormarsch".

  • Einst galt Skandinavien als Hort der Stabilität. Wohlfahrstaaten umsorgten ihre Einwohner. Alles schien friedlich und schön. Doch diese Harmonie existiert nicht mehr: In Dänemark haben die regierenden Sozialdemokraten eine umstrittene migrationspolitische Kehrtwende eingeschlagen.

    19 09 10 EAD NordenDieses Thema diskutierte der Politologe und Historiker Siebo Janssen mit den 25 anwesenden Interessierten heute im Grashaus im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Europa am Dienstag". Moderiert wurde die Diskussion von Jochen Leyhe.

    Nachdem Winfried Brömmel von EUROPE DIRECT Aachen die Teilnehmenden begrüßt hatte, ergriff Moderator Jochen Leyhe das Wort und eröffnete die Diskussion. Er skizzierte, dass der Wohlfahrtsstaat der skandinavischen Länder nicht mehr so harmonisch ist, wie viele Menschen in den Nachbarländern denken. Dieses Bild eines harmonischen Zusammenlebens, in dem alles schön und angenehm ist − das sogenannte Bullerbü-Syndrom − wird durch den Aufstieg rechtspopulistischer Strömungen zerrissen.

    Siebo Janssen ergänzte, dass die skandinavischen Länder mittlerweile eine starke Tendenz zur Überwachung der Gesellschaft hätten. Dänemark zum Beispiel hat die strengsten Asylgesetze in Europa. Der Grund dafür ist die Globalisierung und die daraus resultierende Migration, die leider zur Entwicklung und Manifestation rechtspopulistischer Bewegungen führt.

    Der Referent beleuchtete die politischen Parteien in den Regierungen Dänemarks, Schwedens, Norwegens und Finnlands und ihre Mitgliedschaft in der NATO und der EU.

    In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde insbesondere betont, dass ein Anstieg von Rechtspopulismus in Skandinavien die Europäische Union nicht zerreißen würde. In Bezug auf diese rechtpopulistische Entwicklung wies Siebo Janssen darauf hin, dass es aus seiner Sicht zwei große Gefahren geben könnte, die aber nichts mit einem rechtpopulistischen Anstieg in Skandinavien zu tun haben. Vielmehr wäre die Europäische Union durch eine russische oder US-amerikanische Destabilisierung gefährdet.

    Die skandinavischen Länder sind nicht die einzigen europäischen Länder, die mit rechtspopulistischen Bewegungen zu tun haben. Rechtspopulismus in Europa ist bereits in den Regierungen Polens, Ungarns und höchstwahrscheinlich bald auch Italiens präsent. Aber im Vergleich dazu sind die skandinavischen Länder wahrscheinlich zu unbedeutend, um Europa mit einem rechtpopulistischen Anstieg auseinander zu reißen.

  • Wer hat bei der Europawahl wie abgeschnitten? Was bedeuten die Wahlergebnisse für ihre jeweiligen Länder und die Europäische Union und wer wird künftig die EU-Kommission führen und die EU nach außen vertreten? Diese und viele weitere Fragen beantwortete der Politologe Siebo Janssen gestern im Rahmen der von Jochen Leyhe moderierten Veranstaltung "Europa hat gewählt - was kommt jetzt?" den 25 anwesenden Gästen.

    19 06 04 EaD Europawahl 300Siebo Janssen begann seine Analyse mit einem kurzen Überblick über die deutschen Wahlergebnisse und beleuchtete daraufhin insbesondere die Ergebnisse von SPD und CDU: Beide Parteien haben, so Janssen, in der Vergangenheit diejenigen Themenbereiche nicht genügend besetzt, welche die deutsche Wahl maßgeblich beeinflusst haben, nämlich Klima und Umweltschutz. Mittel- bis langfristig prognostizierte er, dass beide Parteien als "Mittelparteien" mit Wahlergebnissen zwischen 15 und 20 Prozent weiter bestehen werden, die Fragmentierung der deutschen Parteienlandschaft jedoch ein bleibendes Phänomen sei.

    In Bezug auf die übrigen europäischen Länder betonte er sowohl die länderübergreifenden Themen, wie z.B. der Wettbewerb zwischen EU-Befürwortern und Gegnern, wie auch nationale Besonderheiten; so war die Wahl etwa in Frankreich auch ein direkter Wettstreit zwischen dem amtierenden Präsident Macron und seiner aussichtsreichsten Herausforderin Marine Le Pen. Ebenfalls beleuchtete Siebo Janssen einzelne Sonderfälle wie Portugal, in dem es bis heute keine erfolgreiche Rechtspopulistische Partei gibt, sowie die nicht-europäischen Reaktionen auf die EU-Wahl.

    Wir von EUROPE DIRECT möchten uns, auch im Namen der Route Charlemagne Aachen, herzlich bei Siebo Janssen, Jochen Leyhe und den Gästen für einen lehrreichen Abend sowie die spannende Diskussion bedanken.
    Europa am Dienstag findet am 09.07.2019 wieder statt, dann mit dem Thema "Bullerbü war einmal? - Der Norden der EU"

  • Welche Akzente setzen die Stadt Aachen und die Karlspreisstiftung im Karlspreisrahmenprogramm? Welche Preisträger und Personen hinterließen einen besonders bleibenden Eindruck und woher stammt eigentlich die Idee für ein kulturpolitisches Rahmenprogramm? Diese und viele weitere Fragen beantwortete Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen, den 21 Gästen im Europäischen Klassenzimmer des Grashauses.

    19 05 21 EaD Olaf MüllerOlaf Müller, der schon das erste Rahmenprogramm des Karlspreises 1991 mitorganisierte, begann seinen Vortrag mit einer kurzen Auflistung der Preisträger seit 1991. Er stellte die jeweiligen Preisträger kurz vor und berichtete von den jeweiligen Besonderheiten der Rahmenprogramme. So erzählte er beispielsweise vom Jahr 2004, in dem nicht nur der Karlspreis an Patrick Cox verliehen wurde, sondern auch ein außerordentlicher Karlspreis an Papst Johannes Paul II verliehen wurde.

    Im Anschluss daran erläuterte Olaf Müller den Gästen die Geschichte und die Idee des Karlspreisrahmenprogrammes: Vom Vorschlag des OB a.D. Jürgen Linden die Bürgerinnen und Bürger stärker einzubeziehen bis zum heutigen Rahmenprogramm mit ca. 50 Veranstaltung, die sich über 4 Wochen erstrecken. Zusätzlich berichtete er von einzelnen Veranstaltungen, die ihm besonders im Gedächtnis geblieben sind, so z. B. die Vorführung des Films "Before Flying Back to the Earth" von Arunas Matelis und die anschließende Übergabe der gesammelten Spenden an die Kinder-Krebsstation in Vilnius.

    In der anschließenden lebhaften Diskussion stellte sich Olaf Müller den Fragen der Gäste: Es wurde nicht nur über vergangene und nicht-gewählte Preisträger wie Michail Gorbatschow diskutiert, sondern auch über das Rahmenprogramm an sich sowie die Ausgestaltung und Wahrnehmung des Rahmenprogrammes durch Veranstalter und Besucher.

    Wir von EUROPE DIRECT möchten uns, auch im Namen der Route Charlemagne Aachen, herzlich bei Olaf Müller und den Gästen für einen lehrreichen Abend und eine spannende Diskussion bedanken.
    Europa am Dienstag findet am 04.06.2019 wieder statt, dann mit dem Thema "Europa hat gewählt - was kommt jetzt?"

  • Was bringt das Jahr 2019 für Europa und die europäische Union? Über dieses Thema diskutierte am 15. Januar anlässlich der Reihe "Europa am Dienstag" der Politikwissenschaftler und Historiker Siebo Janssen mit den anwesenden Interessierten. Moderiert wurde die Diskussion von Jochen Leyhe.

    Bild 1Nachdem der Leiter des Grashauses, Andreas Düspohl, die Anwesenden begrüßt hat, übernahm der Moderator Jochen Leyhe das Wort und startete die Diskussion. Dieser stellte zunächst fest, dass es im neuen Jahr viele politische Themen und Fragen gibt, über die diskutiert werden muss. Besonders in Bezug auf Europa und die europäische Union konstatierte Leyhe einige wichtige Ereignisse, die 2019 die Europapolitik prägen werden.

    Nach einer kurzen Einleitung waren die Bürger dazu aufgerufen, Fragen zu stellen. Es wurde zunächst diskutiert, ob sich der ehemalige Wahlkampfmanager von Donald Trump, Steve Bannon, mit dem Vorhaben, seine Bewegung "The Movement" in Europa zu etablieren durchsetzen wird. In dieser Bewegung sollen sich alle europakritischen Parteien der Europäischen Union sammeln. Dieses Thema führte zu dem Phänomen der Rechtspopulisten in fast allen europäischen Ländern. Siebo Janssen stellte die Frage, ob die Entwicklungen in Polen und Ungarn von der EU zu wenig beachtet wurden.

    Die anhaltenden Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich waren ebenfalls ein Thema der lebendigen Diskussion. Politologe Janssen erläuterte, dass die Proteste sehr gewaltsam ausgeführt werden, da in den letzten Jahren die Wut auf die Politiker immer weiter zugenommen hat und die Menschen mit der Regierungsarbeit unzufrieden sind. Ferner stellte er fest, dass diese Proteste, die sich gegen die politischen Eliten des Landes richten, von extremistischen Parteien anderer Länder unterstützt werden.

    Gegen Ende der Diskussion gab es unterschiedliche Ansichten zum Thema der niedrigen Wahlbeteiligung. Janssen konstatierte, dass systematische Probleme in den Ländern dazu führen, dass v.a. junge Menschen nicht zur Wahl gehen. Neben der Einführung der Wahlpflicht wurden weitere Ansätze, wie z.B. die Einführung einer elektronischen Wahlmöglichkeit diskutiert.

    Die 43 Anwesenden erlebten eine vielfältige Diskussion über verschiedene aktuelle und zukünftige politische Themen und waren sich am Ende der Diskussion einig, dass wir alle dazu beitragen können, dass die extremistischen Parteien nicht die zweitstärkste Kraft im Europaparlament werden dürfen. Dies kann nur gelingen, wenn wir alle mehr für Europa machen und unsere Freunde und Bekannte zum Wahlgang motivieren.

  • EaD Grenzregion 300Gibt es noch Grenzen zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden? Über diese Frage informierte und diskutierte in der Reihe "Europa am Dienstag" Luise Clemens, Geschäftsführerin der Charlemagne Grenzregion, am 11. Dezember im Grashaus.

    Nach einer Vorstellung durch Winfried Brömmel, Leiter des EUROPE DIRECT Büros, hielt Luise Clemens zu Beginn zunächst fest, dass es in der Euregio Maas-Rhein noch viele Grenzen gebe. Man sei bei der Grenzregion allerdings sehr daran interessiert, diese Grenzen so durchlässig wie möglich zu machen.

    Zur Erläuterung, wie es überhaupt zu den festen Grenzen kam, die einen Raum trennten, den viele heute noch als kulturell und auch sprachlich zusammengehörig verstehen, erläuterte Clemens anhand der Historie der Region genauer: die Rolle des Bergbaus sowie die Auswirkungen des ersten und zweiten Weltkriegs auf das Verhalten von Nationalstaaten in Europa. Viele verschiedene Faktoren führten letztendlich dazu, dass die Grenzen geschlossen wurden, die Durchlässigkeit kompliziert wurde und die wirtschaftliche Zusammenarbeit in vielen Bereichen aufgegeben wurde.

    1976 entstand die Euregio Maas-Rhein, die sich seit damals wieder für eine engere grenzüberschreitende Zusammenarbeit einsetzt.

    Natürlich gibt es auch nach der Öffnung des Schengen-Raums und dem Wegfall der Grenzen innerhalb von Europa noch viele Probleme, so machen die jeweils unterschiedlichen Steuergesetzgebungen das Leben im nahen Ausland doch noch kompliziert. Die Rahmenbedingungen in den unterschieldichen Ländern unterscheiden sich in Teilen deutlich. Menschen, die aktuell von solchen Formalitäten betroffen sind, können sich Rat bei den sogenannten Grenzinfopunkten in Maastricht, Aachen und Eurode holen.
    Es hat sich auch schon etwas getan: Es fallen bei Umzügen ins Ausland keine Zölle mehr an und es gibt auch keine komplizierten Anmeldeverfahren mehr.

    Ein Problem, das sich besonders in der anschließenden Diskussion herausstellte, bleibt bis heute die grenzübergreifende Mobilität. Zwar gibt es aktuell Busse sowohl in die Niederlande als auch nach Belgien, bis es zu einer Zugverbindung zwischen Aachen und Maastricht kam, dauerte es allerdings viele Jahre. Die langen bürokratischen Wege wurden vor allem beklagt, sie erschweren das Leben viele Grenzgänger. Allerdings ist hierbei festzuhalten: gerade der Schienenverkehr ist keine Aufgabe der Euregio, sondern liegt in der Hand des Landes oder des Bundes, die manchmal ganz andere Prioritäten setzten als man sich das als Grenzstadt wünscht.

    Es liegt also noch einiges an Arbeit vor den entsprechenden Institutionen. Schlussendlich zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedoch ein sehr europäisches Fazit: einig waren sich die Zuhörerinnen und Zuhörer darin, dass es dringend mehr und nicht weniger "Europa" braucht.

  • Am 20. November setzte sich die Veranstaltungsreihe "Europa am Dienstag" mit einer lebendigen Diskussion um die transatlantischen Beziehungen fort.

    20181120 191342 300Andreas Düspohl, Leiter des Grashauses, begrüßte zu Beginn die Anwesenden und führte mit Grafiken in das Thema USA und EU ein. Anschließend stellte Winfried Brömmel, Leiter des EUROPE DIRECT Büros Aachen, die beiden Diskutanten vor: den gebürtigen US-Amerikaner Dr. Jared Sonnicksen, Universität Darmstadt, und den Politikwissenschaftler Siebo Janssen. Moderiert wurde der Abend von Jochen Leyhe.

    Zuerst zog Dr. Sonnicksen ein Re­sü­mee der Zwischenwahlen der USA und erklärte die Implikationen der Wahlen. Er erläuterte die Regierungsfähigkeit der USA und die Möglichkeit einer Blockadestimmung.

    Siebo Janssen stellte sich die Frage, ob das westliche Bündnis noch besteht und zog ein Fazit der bisherigen Außenpolitik Trumps.

    Jochen Leyhe eröffnete nach 45min das Podium. Die Teilnehmenden stellten zahlreiche Fragen und gaben ihre Meinungen ab. So wurde diskutiert, welche Bedeutung die NATO noch hat, wie die Nachrichtenlandschaft in den USA aussieht, wie die Migration aus Mexiko wahrgenommen wird und wie die Präsidentschaftswahl 2020 ausfallen könnte.

    Die 24 Anwesenden erlebten einen spannenden und abwechslungsreichen Abend. Am 11. Dezember wird Luise Clemens, Geschäftsführerin der Charlemagne Grenzregion, die Reihe "Europa am Dienstag" weiter führen. Sie wird sich der Frage widmen, ob die grenznahen Kommunen im Dreiländereck - Belgien-Niederlande-Deutschland - einen zusammenhängenden Wirtschafts- und Lebensraum bilden.

  • Nach der Sommerpause wird die Veranstaltungsreihe "Europa am Dienstag" mit einem Vortrag von Dr. Ines Soldwisch, Privatdozentin am Historischen Institut der RWTH Aachen, fortgesetzt.

    Europa am Dienstag Text1 300Andreas Düspohl, Leiter des Grashauses, begrüßte zu Beginn die Anwesenden, bevor sich Soldwisch den ersten Stunden des Parlaments widmete.

    Soldwisch betonte das Bemühen der ersten Parlamentarier um Anerkennung und deren Wunsch nach einem eigenen Parlamentsgebäude; insbesondere wegen des Symbolcharakters eines eigenen Gebäudes. Sie zeichnete den Wettkampf zwischen den Städten Straßburg, Brüssel und Luxemburg um den Gewinn des Parlamentssitzes nach und stellte historische und aktuelle Parlamentsgebäude vor. Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Auseinandersetzung zwischen neuen und alten Abgeordneten, da sich die Abgeordnetenzahl nach der Direktwahl von 1979 mehr als verdoppelte und sich Aufgaben und Funktionen änderten. Auch heute noch ist es so, dass rund 50 Prozent der Abgeordneten nach einer Wahl erstmalig im Europaparlament sitzen.

    Im Dialog mit den Zuhörerinnen und Zuhörern kam Soldwisch auch darauf zu sprechen, dass die erste Europawahl, im Gegensatz zu heute, viel Politprominenz als Kandidaten anbot, darunter Willy Brandt und Otto von Habsburg, letzterer blieb bis 1999 im Europaparlament. Auch auf die Wahrnehmung des Europäischen Parlaments und der Europawahlen kam die Historikerin zu sprechen. Sie griff den bekannten Spruch "hast du einen Opa, schick ihn nach Europa" auf, erklärte seinen Ursprung und setzte sich in diesem Zusammenhang mit dem Bild und den Rollen der Parlamentarier auseinander.

    Nächste Veranstaltung: Mehr Demokratie wagen?! - Die EU und das Demokratiedefizit

    Die nächste Veranstaltung findet am Dienstag, den 09.10.2018 statt und wird sich mit der Frage auseinandersetzen, ob die Europäische Union die Bürger ausreichend repräsentiert.

  • 18 07 17 Bierverkostung 300Eine bierige Tour durch Europa organisierte das EUROPE DIRECT Büro heute als letzte Veranstaltung vor der Sommerpause in der Reihe "Europa am Dienstag".

    Im "Hopfen und Malz" in Aachen trafen sich zehn am Bier interessierte Teilnehmer und probierten Biere aus Dänemark, Spanien, Großbritannien, Deutschland, Österreich und Frankreich. Biersommelier Christian Küppers führte durch das Programm, erläuterte, wie ein Biertasting abläuft und erzählte viele interessante Fakten zu den verschiedenen Brautraditionen in Europa.

    Dass es überhaupt so viele verschiedene Biersorten gibt, obwohl bis heute die meisten Biere nach deutschem Reinheitsgebot (nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe als zulässige Zutaten) gebraut werden, liegt unter anderem daran, dass allein mit diesen Zutaten unzählige verschiedene Sorten gebraut werden können. Es gibt unterschiedliche Malze, die unterschiedlich geröstet werden können, variantenreich auch der Hopfen und sogar das Wasser spielt eine große Rolle.

    Je nach Land kommt es dabei auch zu unterschiedlichen Ansprüchen an das Bier. So ist Deutschland eine richtige Pilsnation, in Großbritannien sind die (roten) Ales die Vorreiter und in Tschechien – wenn es auch kein tschechisches Bier zum Probieren gab – dürfen Biere sogar ein bisschen buttrig schmecken. Vieles im Bereich der Bierbrauerei und auch des Biertrinkens selbst ist Tradition. Ob den Teilnehmern nun eher das mit Atlantikwasser gebrauchte spanische Bier oder das stark nach Hopfen schmeckende dänische IPA (India Pale Ale) gefallen hat, schlussendlich gingen alle mit viel neuem Wissen über Biertraditionen in Europa nach Hause.

    Mit "Europa am Dienstag" geht es nach den Sommerferien weiter. 

  • 18 06 26 Führung 300Im Rahmen der Veranstaltungsreihe 'Europa am Dienstag' organisierte EUROPE DIRECT für rund 14 Erwachsene eine Führung durch das Grashaus und den Workshop 'Migration und Grenze'.

    Nach einer kurzen Führung durch die verschiedenen Räumlichkeiten des Grashauses, stellte Andreas Düspohl, Leiter des Grashauses, auch die tägliche Arbeit in diesem Gebäude vor. Im Anschluss daran hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit einen kurzen Einblick in den Workshop 'Migration und Grenze' zu gewinnen, der sonst von Schülerinnen und Schülern besucht wird.

    18 06 26 Führung 2 300Zur Hinführung zum Thema Migration sahen die Schüler/innen einen kurzen Film, in dem die Situation von Menschen auf der Flucht anhand von SMS-Nachrichten per Handy veranschaulicht wurde. In großer Runde wurde zunächst auch darüber gesprochen, welche Gegenstände jeder mitnehmen würde wenn er oder sie sich sofort auf die Flucht begeben müsste. Kernaufgabe des Workshops war die paarweise Erarbeitung verschiedener Themen zu "Migration und Grenze in Europa", wie zum Beispiel "Steuerung von Migration", "Fluchtrouten" oder "Zukunft der Migration". Hierzu erhielten die Teilnehmenden Texte bzw. konnten sich im Urkundensaal in der virtuellen Bibliothek und den Audionischen informieren. Den Abschluss des gelungenen Workshops stellte die Präsentation der Ergebnisse sowie eine gemeinsame Gesprächsrunde dar.

  • 18 05 29 Rechtspopulismus 300Der (Rechts-)Populismus ist nach wie vor eines der großen Probleme in Europa und der (westlichen) Welt. Das zeigte auch erst kürzlich die Wahl in Italien. Doch was ist Populismus überhaupt und wie wirkt er sich auf die Europäische Union aus? Dies war das Thema der letzten Diskussionsrunde im Rahmen der, von EUROPE DIRECT organisierten Reihe "Europa am Dienstag". Rund 40 Zuhörer diskutierten unter Moderation von Jochen Leyhe mit dem Historiker und Politiologen Siebo Jansen über den Populismus in Europa.

    Nach einer kurzen Begrüßung durch Andreas Düspohl, stellte Siebo Jansen zunächst einige der populistischen Bewegungen in Europa vor und ging dabei dezidiert auf die aktuellen Regierungsparteien in Italien ein. Er griff die Merkmale des Populismus auf (unter anderem: einfache Lösungen für komplizierte Probleme und die Vorstellung eines homogenen Volkes) und zeichnete ein verständliches Bild der populistischen Strömungen in Europa.

    Im Anschluss öffnete Jochen Leyhe die Diskussion für das Publikum. Zwischen Jansen und den Gästen entstand schnell eine kontroverse Diskussion. über die Frage, wie Europa mit den Populisten umgehen sollte und aus welchen Ängsten sich der Populismus in aller Regel speist. Im Besonderen diskutierten die Gäste und Dozenten über die Frage, wie man mit Staaten umgehen sollte, die gegen die Werte und Vorstellungen der Europäischen Union (fundamental) verstoßen würden. Siebo Jansen schlug vor, statt auf Bestrafung zu setzten, besser Regionen oder Kommunen besonders zu fördern, die sich für den europäischen Gedanken stark machen würden. Würde man einen Staat kollektiv bestrafen, könnten sich auch diese noch europafreundlichen Städte von der europäischen Union abwenden. Das gelte es in jedem Falle zu vermeiden.

  • 18 04 24 Europakonzeptionen1 300Wie soll die Zukunft für Europa aussehen? Brauchen wir ein Europa der Regionen, das Projekt 'Kerneuropa' oder gar die Vereinigten Staaten von Europa nach dem Vorbild der USA? Um diese und andere Fragen drehte sich die von Jochen Leyhe moderierte Diskussionsrunde zwischen Historiker und Politologe Siebo Janssen und den über 40 anwesenden Europa-Interessierten in der, von EUROPE DIRECT organisierten, Reihe 'Europa am Dienstag'.

    Nach einer kurzen Begrüßung durch Andreas Düspohl, Leiter des Grashauses und Winfried Brömmel, Leiter von EUROPE DIRECT Aachen, begann Siebo Jansen mit einer kurzen und pointierten Einführung in die verschiedenen Europakonzeptionen. Dabei ging es vor allem um die großen Entwürfe und Zukunftsmodelle, aber auch um die vielen dafür nötigen kleineren Schritte, die zu gehen sind.

    18 04 24 Europakonzeptionen2 300Im Anschluss öffnete Jochen Leyhe die Diskussion für das Publikum. Dabei ging vor allem um die im Rahmen der Karlspreisverleihung oft thematisierte "Initiative für Europa" des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

    Diese und viele weitere Ideen wurden von den Teilnehmenden kontrovers und engagiert diskutiert. Aufgrund der vielen Wortbeiträge aus dem Publikum und der sympathischen Moderation durch das Duo Leyhe/Janssen erlebten alle Anwesenden einen spannenden und kurzweiligen Abend im Grashaus.

  • 18 03 14 Scheitert Italien 300

    "Scheitert Italien, dann scheitert Europa? Die EU nach den Wahlen in Italien" zu dieser Fragestellung diskutierten heute 40 Teilnehmer der Veranstaltungsreihe "Europa am Dienstag" im Grashaus.

    Andreas Düspohl, Leiter des Grashauses und Winfried Brömmel, Leiter des EUROPE DIRECT Informationsbüros Aachen begrüßten zu Beginn die Anwesenden. Nachdem Historiker und Politologe Siebo Jansen einen kurzen Einblick in das italienische Wahlergebnis und die möglichen Konsequenzen für Italien, aber auch für Europa gegeben hatte, entstand schnell eine Diskussion unter den Teilnehmern, die souverän von Jochen Leyhe moderiert wurde.

    In der Diskussion beschäftigte man sich in einer sehr vielfältigen Art und Weise mit der Fragestellung, unter der die Veranstaltung angekündigt worden war. Die Teilnehmer beleuchteten das Themenfeld von allen Seiten: So wurde nach den Ursachen für das italienische Wahlergebnis gesucht, welches sich durch die drei Punkte Flucht, Wirtschaftskraft und Mafia erklären lässt, aber auch nach den möglichen Auswirkungen für Italiens Position in der EU.

    Die verschiedenen Hintergründe der Teilnehmer führte dazu, dass die Diskussion besonders lebhaft wurde, so waren neben dem ein oder anderen Italienurlauber auch fachkundige Bürger aus Politik und Kultur anwesend, die dazu beitrugen, die Problematik in einen gesamteuropäischen Kontext zu stellen. Durch die Anwesenheit einiger italienischer Staatsbürger war auch die Möglichkeit gegeben, Einblicke in das Innere der italienischen Seele zu erhalten und die Problematik aus der Perspektive der Landsleute zu erfassen.

    'Welche Zukunft für EUropa? - Europakonzeptionen 2018 und ihre Chance auf Durchsetzung' 

    Europa steht wieder einmal an einem Scheideweg. Wo geht die Reise hin? Ist das Konzept der Vereinigten Staaten von Europa überhaupt noch aktuell und realistisch? Wird es noch eine immer engere Union geben? Oder liegt die Zukunft doch in einem Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten mit einem Kern, der voran schreitet?

    Der Referent Siebo Janssen steht dazu Rede und Antwort, moderiert wird der Abend von Jochen Leyhe.

  • 18 02 27 Olaf Müller 2Heute folgten 45 interessierte Bürger der Einladung ins Grashaus um an Vortrag und Diskussion zum Thema 'Heimat und Identität in Europa - eine Spurensuche' mit Olaf Müller, dem Leiter des Kulturbetriebes der Stadt Aachen, teilzunehmen.

    Nach kurzer Begrüßung von Seiten der Veranstaltungspartner EUROPE DIRECT Aachen und Route Charlemagne durch Andreas Düspohl, Leiter des Grashaues, referierte Herr Müller zunächst über die Begriffe Heimat und Identität und zog dazu aktuelle Zeitschriften und Buchpublikationen sowie Reden des Bundespräsidenten, des Papstes und von Angela Merkel zu Rate, die sich alle in irgendeiner Form mit dem Thema Heimat und Identität auseinandersetzten. In einer Zeitreise beginnend im 18. Jahrhundert, als es Deutschland in seiner heutigen Form noch nicht gegeben hat, über die negative Besetzung der Begriffe zur Zeit des Nationalsozialismus bis zur heutigen Renaissance der Begriffe, arbeitete Müller den Bedeutungswandel von Heimat und Identität im Laufe der Zeit hinaus. Herr Müller beendete seiner Vortrag mit der Erkenntnis, dass jeder Mensch ein individuelles Verständnis von Heimat hat, dass sich in seinem persönlichen Fall unter anderem aus Herkunft, Mundart und Erinnerungen aus der Kindheit und Jugend zusammensetzt.

    18 02 27 Olaf Müller 1Daraufhin fand eine lebhafte Diskussion mit den Veranstaltungsteilnehmern statt. Es wurde insbesondere über die Auswirkungen der Globalisierung auf Heimat und Identität und den modernen "Weltbürger", über Europa als Heimat und über die individuellen Heimatvorstellungen der Diskussionsteilnehmer gesprochen. Olaf Müller beendete die Diskussion mit dem Resümee, das verschiedene Vorstellungen anerkannt werden sollte und dem dazu passenden Leitspruch der Europäischen Union "In verietate concordia" - "In Vielfalt geeint".

    Nächste Veranstaltung: 'Scheitert Italien, dann scheitert EUropa? Die EU nach den Wahlen in Italien' am 13.03.2018
    Die heutige Veranstaltung bildete den Auftakt für die neue monatliche Veranstaltungsreihe "Europa am Dienstag" im Grashaus. Die nächste Veranstaltung findet in diesem Rahmen am 13.03.2018 statt und wird sich mit dem Ausgang der Wahlen in Italien und den Auswirkungen auf die Europäische Union beschäftigen.