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Sind wir Bürger Europas? - Étienne Balibar

Aus dem Französischen von Holger Fliessbach und Thomas Laugstien. Seit wir den Euro haben, ist es mit Händen zu greifen, dass wir Bürger Europas sind. Der europäische Einigungsprozess ist nicht aufzuhalten. Er folgt einem politischen Fahrplan, auf den sich die nationalen Regierungen verständigt haben. Wohin die Reise tatsächlich gehen soll, ist allerdings umstritten. Das gilt besonders für die Frage der notwendigen Demokratisierung. Sind die Grenzen der "Staatsbürgerschaft" zu überwinden? Anhand von politischen Zeitanalysen und historisch-kritischen Analysen unserer Begriffe (Nation, Staat, Volk ...) erkundet Balibar die Bedingungen einer europäischen Einigung, die nicht "von oben" dekretiert werden kann.

2005

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Populismus in Europa - Frank Decker

Als vor etwa 20 Jahren ein neuartiger Typus rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa die politische Bühne betrat, war man geneigt, dies als ein kurzfristiges Protestphänomen abzutun. Inzwischen finden sich diese Parteien in fast allen europäischen Ländern. Die meisten von ihnen haben sich in den Parteiensystemen der jeweiligen Staaten dauerhaft etabliert - einige sind sogar in die Regierungen gelangt. In Folge dieser Entwicklung hat der Populismus auch auf die übrigen Parteien übergegriffen. Was als Randerscheinung begann, ist zu einer Herausforderung der Politik und des politischen Systems geworden. Handelt es sich beim Populismus um eine Ideologie oder nur um einen mit beliebigen Inhalten kombinierbaren politischen Stil? Wie haben die etablierten politischen Kräfte auf die populistische Herausforderung reagiert? Stellen die Populisten eine Gefahr für die Demokratie dar? Diese Fragen werden in einer allgemein-theoretischen Perspektive und im Rahmen von mehreren ländervergleichenden Beiträgen untersucht. - Vor etwa 20 Jahren betrat ein neuartiger Typus rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa die politische Bühne. Nur ein kurzfristiges Protestphänomen?

2006

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Nationalismus im Osten Europas - Reinhold Vetter

Nationalismus ist kein isoliertes Phänomen in Europa, weder räumlich noch ideologisch. Er findet seine Anhängerschaft überall dort, wo die Abwehr des Anderen als Patriotismus camoufliert wird. Nationalisten scheuen die Nähe zu rechtsextremen Parteien selten, während demokratische Kräfte als Gegner eines vermeintlich homogenen Staatsvolkes gebrandmarkt werden.

Wo und warum gedeiht Nationalismus gerade auch im Osten der Europäischen Union? Welche Rolle spielt das historische Erbe? Woher rührt die vehemente Abwehr geflohener Muslime? Wie und warum hat sich das Verhältnis der osteuropäischen Staaten zur EU verändert? Wie steht es um den Einfluss Putins auf die öffentliche Meinung im Osten Europas? Reinhold Vetter analysiert die Situation in Polen, Ungarn, der Slowakei, der Tschechischen Republik, in Slowenien und den baltischen Staaten. Er arbeitet die alarmierenden Gemeinsamkeiten der nationalistischen Strömungen heraus und plädiert für eine offene Diskussion über die Zukunft der Europäischen Union.

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Kalter Krieg und Wohlfahrtsstaat - Hartmut Kaelble

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Europa in Trümmern. Zahlreiche Städte, Verkehrswege und Industrieanlagen waren zerstört. Die wichtigen Entscheidungen über das Schicksal der Welt fielen nun in Washington und Moskau. Dennoch nahm der in Ost und West gespaltene Kontinent in den folgenden Jahrzehnten eine ganz erstaunliche Entwicklung. Der Wiederaufstieg Europas im Zeitalter des Kalten Krieges ist das zentrale Thema dieses Buches. Europa trat in eine Periode außergewöhnlichen Wohlstands ein und erfuhr in seinem westlichen Teil eine grundlegende gesellschaftliche Demokratisierung. In Westeuropa entstanden der moderne Wohlfahrtsstaat, eine liberale Zivilgesellschaft und stabile Demokratien. Das östliche Europa erlebte eine von oben erzwungene Industrialisierung, Alphabetisierung und soziale Sicherung im Zeichen zum Teil brutaler Diktaturen.

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Imperiale Gewalt und mobilisierte Nation - Lutz Raphael

Was geschah zwischen 1914 und 1945? Welche Schritte führten in die Katastrophe der beiden Weltkriege? Zu Beginn des Jahrhunderts geriet der europäische Kontinent in den Sog der Moderne: Fortschrittsgläubige und Traditionalisten rangen um die Vorherrschaft in Kultur und Gesellschaft, die alten Machtträger mit Kräften der Liberalisierung und Demokratisierung. Durchdrungen von dem Gefühl, die Zukunft zu gestalten, agiert die Politik. Zugleich bahnten Wissenschaft, Wirtschaft und Technik den Weg für die soziale, räumliche und mediale Mobilisierung vieler Menschen - aber sie boten keinen Schutz vor Ungerechtigkeit, Perspektivlosigkeit und Überforderung, vor Manipulation, Ausgrenzung und Machtmissbrauch. Lutz Raphael analysiert den Nährboden einer Epoche, die von erbitterter ideologischer Konkurrenz ebenso gezeichnet ist wie von rücksichtslosem Herrschaftsstreben. Am Ende des Zeitalters der Weltkriege lag Europa in Trümmern.

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Grenzland Europa - Karl Schlögel

Karl Schlögel ist als Chronist der osteuropäischen Länder und ihrer Rückkehr nach Europa berühmt geworden. Nach Jahrzehnten der Teilung hat sich der Kontinent neu formiert: Alte Zentren in Osteuropa sind wieder zum Leben erwacht. In Bussen oder Billigfliegern bewegen sich die Europäer über viel befahrene Routen frei über alle Landesgrenzen hinweg, tauschen Waren aus und Wissen. Gleichzeitig müssen sie traumatische Ereignisse wie die Finanz- und Schuldenkrise nun gemeinsam durchleben. Schlögel befasst sich in seinen Reden und Essays nicht mit den "großen Männern", sondern erzählt auch die Geschichte jener unbekannten Menschen, ohne die dieses neue Europa nicht zustande gekommen wäre.

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Geschichte und Zukunft der Europäischen Identität - Wolfgang Schmale

Was bedeutet Europäische Identität? Das 18. Jahrhundert knüpfte in der Aufklärung den Begriff an die Kultur des europäischen Kontinents und erhob die Vernunft zur letzten Instanz. Heute, so die Überzeugung des Autors, bestimmen die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Vernetzung die Europäische Identität. Deren Basis seien - auf individueller und kollektiver Ebene - die Verinnerlichung der Menschenrechte, die Überwindung von Hierarchien, der Dialog und die Kooperation. Für Wolfgang Schmale definiert sich Europäische Identität nicht länger über die Abgrenzung des "feindlichen" Anderen. Ihre letzte Bezugsgröße sei nun die Wissenschaft als Garantin für nachprüfbare Grundlagen, verlässliche Regeln, inhaltliche Offenheit und kritische Selbstreflexion.

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Europa leicht gemacht - Werner Weidenfeld

Dieser Wegweiser durch die EU zeigt, wie junge Menschen sich aktiv an dem spannenden Projekt Europa beteiligen können. Der Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld stellt die Geschichte, Institutionen und Entscheidungswege der EU dar, gibt hilfreiche Tipps und verweist auf Links zu den europäischen Einrichtungen. Die erweiterte EU steht vor großen Herausforderungen: Wie kann ihre Politik die Bedürfnisse aller Staaten befriedigen und allen Mitgliedern gerecht werden? Was für Erwartungen stecken dahinter? Vor allem: Wie und in welche Richtung wird sich die Europäische Union in den nächsten Jahren entwickeln? Das wird auch auf die Jugendlichen Europas ankommen. Für sie hat Weidenfeld dieses informative Buch geschrieben. Sein Appell: Ernst machen mit Europa!

2008

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Europas Einigung - Loth

Die Europäische Union blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Angesichts politischer Entwicklungen und Konflikte ringt sie gegenwärtig um ihr Selbstverständnis und ihre Rolle im Kreis globaler Akteure, und auch in Zukunft wird sie, etwa aufgrund der Erderhitzung, weltweiter Migration und dem absehbar weiteren Erstarken autoritärer Kräfte, vor Herausforderungen stehen. Wilfried Loths faktenreiche Darstellung beginnt 1948. Im Schatten des Zweiten Weltkriegs mussten einstige Gegner Misstrauen vor allem gegenüber den Deutschen überwinden, die nationalen Volkswirtschaften reformieren und politisch gemeinsam einen Platz zwischen den Großmächten USA und UdSSR finden.

Loth zeichnet die Etappen der Einigung und Erweiterung Europas anhand ihrer Hürden, Rückschläge und Erfolge nach und lässt so die vielfachen, wechselnden Problemlagen und die Beweggründe der Akteure auf der europäischen Bühne sichtbar werden. Wie kam es, ausgehend von den Anfängen wenig integrationskräftiger Verträge, zur Wirtschafts- und Währungsunion? Wie ging die Europäische Gemeinschaft mit der deutschen Wiedervereinigung um? Wie entstanden die großen Vertragswerke von Rom, Brüssel, Den Haag, Maastricht, Amsterdam, Nizza und Lissabon? Wie gelang die Integration der Mitgliedstaaten der Union? Loth erläutert zudem die politischen Folgen sozioökonomischer Verwerfungen wie der Euro-Krise sowie populistisch instrumentalisierter nationaler Eigeninteressen, allen voran der Austritt Großbritanniens aus der EU. Schließlich wirft er ein Schlaglicht auf die Folgen der Corona-Pandemie und die Bedrohungen der Demokratie in den derzeit 27 Staaten der Union.

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Die Staatenwelt Europas - Werner Weidenfeld

"Die Staatenwelt Europas", das ist mehr als ein Handbuch über die 25 Mitglieder der Europäischen Union. Das neu konzipierte Buch zeichnet im ersten Kapitel zunächst die besondere historische Situation Deutschlands in der Mitte des Kontinents und seinen individuellen Beitrag zur Einigung Europas nach. Das umfangreiche zweite Kapitel stellt die alten und neuen EU-Mitgliedstaaten sowie darüber hinaus alle übrigen Staaten Europas vor. Es bietet damit ein Panorama ihrer unterschiedlichen politischen Systeme und sozioökomischen Ausgangslagen. Kapitel 3 liefert mit Tabellen und Schaubildern einen Überblick über ausgewählte Kerndaten aller Mitglieder der Union sowie über die EU-Institutionen

2008

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Die Sozialstruktur Europas - Steffen Mau / Roland Verwiebe

Wir und Europa: Diese Einführung thematisiert systematisch Europas Sozialstruktur. Die Autoren stellen Europa explizit in seiner Gesamtheit dar und zeigen die Prozesse einer Europäisierung der Sozialstruktur auf. Sie verdeutlichen den Zusammenhang zwischen der territorialen Ausdehnung und der europäischen Bevölkerung. Weiterhin erläutern sie Differenzierungen innerhalb und zwischen den europäischen Ländern, um schließlich auch auf neuere soziale Ungleichheiten innerhalb Europas einzugehen.

2009

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Die Europäische Union nach dem Vertrag von Lissabon - Olaf Leiße

Mit dem Vertrag von Lissabon erreicht der europäische Integrationsprozess eine neue Stufe. Hervorgegangen aus dem Verfassungsentwurf des Konvents zur Zukunft der Europäischen Union, ist der Vertrag von Lissabon die neue rechtliche Grundlage der Union für die kommenden Jahre. Die Autoren dieses Sammelbandes liefern eine umfassende und systematische Übersicht über das neue Vertragswerk. Sie untersuchen die Reform der Institutionen sowie Veränderungen in einzelnen Politikbereichen und analysieren Chancen zur Weiterentwicklung der EU.

2006

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Der Preis der Freiheit - Andreas Wirsching

Als 1989 die Mauer fiel und der Ostblock auseinanderbrach, verschoben sich die Koordinaten der Weltpolitik. Am spürbarsten waren die Folgen jedoch für Europa. Andreas Wirsching zieht erste zeithistorische Linien in die Geschichte unserer Gegenwart und liefert einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der aktuellen Entwicklungen. In den letzten zwanzig Jahren erlebte Europa einen gewaltigen Zuwachs an Freiheit, politisch, gesellschaftlich und im Bereich der Wirtschaft. In gewisser Weise wird in der gegenwärtigen Krise die Rechnung für diese Entwicklung präsentiert. Die demokratische Transformation der Ostblockstaaten hat ebenso ihren Preis wie die Einführung des Euro, die eine nicht gekannte Freiheit im Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital möglich machte. Die Deregulierung der Finanzmärkte verursacht Folgekosten, die den Kontinent teuer zu stehen kommen. Und will die "Weltmacht Europa" es sich leisten, auch außerhalb des eigenen Kontinents offensiv für Freiheit und Menschenrechte einzutreten? In seiner souveränen Synthese schildert Andreas Wirsching die politische, gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung des Kontinents seit 1989 und legt so die erste Geschichte des geeinten Europa vor.

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Die Niederlande - Wielenga / Wilp

Ziemlich gute Nachbarn: Die Beziehungen zwischen den Niederlanden und Deutschland sind inzwischen wetterfest geworden, und die Grenze verbindet deutlich mehr, als sie trennt. Vielen Deutschen scheinen die Niederlande damit sehr vertraut, aber das kann zu Missverständnissen und Irritationen führen: Mentalitäten und Befindlichkeiten, historisches Erbe und moderne Herausforderungen der Niederlande sind anders, als viele meinen - Gründe genug, sich ein genaueres Bild von den Niederlanden zu machen.
Hier setzt dieser neu konzipierte Länderbericht an. Seine Autorinnen und Autoren blicken auf die Geschichte, Politik und Gesellschaft der Niederlande, fragen nach ihren internationalen Verflechtungen, machen mit der vielfältig strukturierten Wirtschaft des Landes vertraut und werfen Schlaglichter auf die niederländische Kultur.

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Demokratiesicherung in der Europäischen Union: Studie zu einem Dilemma - Möllers / Schneider

Weltweit geraten liberale Demokratien verstärkt unter Druck. Auch in einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden demokratische Freiheiten zugunsten der Machtsicherung der Regierung abgebaut. Wie kann die EU solchen Entwicklungen begegnen und nachhaltig zur Demokratiesicherung beitragen? Für Christoph Möllers und Linda Schneider ist die demokratische Verfasstheit der Mitgliedstaaten konstitutiv für die Legitimation der europäischen Institutionen und Zusammenarbeit. Davon ausgehend untersuchen sie das bestehende Instrumentarium zur Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, dessen Sanktionsmechanismen und Verfahren sich in ihrer bisherigen Anwendung nicht bewährt hätten.

Im Gegenteil: Autoritäre Regierungen und Populisten unterstellten der EU, so Möllers und Schneider, die Souveränität ihrer Staaten und demokratisch gewählten Regierungen anzugreifen. Beide beleuchten daher Reformansätze und plädieren für schärfer formulierte Grundwerte der EU, welche die Freiheit oppositioneller Bewegungen als potenzielle künftige Mehrheiten besser sichern sollen.

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