Rückblick: Künstliche Intelligenz in Europa und im Dreiländereck

Im Rahmen der Reihe 'Europa am Dienstag' fand am 16. Juni 2026 eine Veranstaltung zum Thema "Künstliche Intelligenz in Europa und im Dreiländereck" statt. Am hybriden Vortrag nahmen 24 Personen vor Ort und weitere 19 online teil. Der Referent Prof. Holger Hoos von der RWTH-Aachen informierte über die aktuellen Entwicklungen in der KI-Landschaft, die Chancen und Risiken dieser sich rasant entwickelnden Technologie, sowie die Bedeutung des Dreiländerecks als Standort in der zukünftigen Entwicklung. Moderiert wurde Veranstaltung von Niklas Iwannek. Organisiert wurde die Veranstaltung von EUROPE DIRECT Aachen in Kooperation mit der Route Charlemagne und der Bischöflichen Akademie Aachen. 

Bei 'Europa am Dienstag' haben wir gemeinsam mit dem Experten Prof. Holger Hoos (Humboldt-Professor für KI, an der RWTH-Aachen) über Künstliche Intelligenz in Europa diskutiert. Im Mittelpunkt standen Fragen über die Chancen und Risiken dieser neuen Technologie, Prognosen über zukünftige Entwicklungen und Auswirkungen von KI, sowie die Frage, welche Rolle Europa und im Besonderen die Grenzregion Aachen innerhalb dieser Entwicklungen einehmen kann und sollte. 

Zu Beginn lieferte der Referent zunächst allgemeinere Informationen und Einblicke in das vielschichtige Thema Künstliche Intelligenz. So wurde erklärt, dass künstliche Intelligenz weitaus mehr als ChatGPT und Co. ist. Nämlich ein ganzes Forschungsfeld mit vielen verschiedenen Richtungen und Anwendungsbereichen. Aber auch politische Dimensionen, wie die Dominanz der USA und Chinas, wurden thematisiert und bildeten den Ausgangspunkt für die Diskussion über die Rolle Europas im Bereich KI-Forschung. 

Im Bereich dieser "Schlüsseltechnologie" befindet sich Europa gegenwärtig im Hintertreffen. Besonders die USA, China und Asien sind in der KI-Forschung, Produktion und Implementation bereits viel weiter als Europa, bilanzierte Holger Hoos. Innerhalb der EU fehlt dafür bisher eine kompakte KI-Strategie, so der Experte. Für eine solche Strategie steht dabei zunächst die Frage im Raum, welche Art von KI wir in Europa eigentlich wollen. 

Europa müsse sich dabei auf eine transparente, nachhaltige, gerechte und verantwortungsvolle KI fokussieren. Laut Holger Hoos, kann Europa dabei durchaus selbstbewusst auftreten. Beispiele wie die niederländische Firma ASML würden zeigen, dass auch Europa ein zentraler KI-Standort sein kann. Auch regionale Projekte wie die Zusammenarbeit der Universitäten in Aachen, Eindhoven und Leuven in dem Bereich oder die AI Alliance Aachen sind Vorreiter in der europäischen KI-Entwicklung. 

In der anschließenden Diskussion kamen viele interessante Fragen auf: Wie können KI-Systeme diskriminierungsfreier werden? Welche Möglichkeiten bietet KI im Bereich Medizin? Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz im Bereich Bildung und Erziehung? 

Abschließend stand das Fazit im Raum: AI made in Europe ist möglich und wünschenswert. Aber dafür braucht es eine klare Strategie, finanzielle Ressourcen und vor allem Mut. 

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