14-05-14-Europawahl-WuerselenEuropawahl 2014 - Zum ersten Mal dabei?

Die Wahlen zum Europaparlament finden in allen 28 Mitgliedstaaten vom 22. bis 25. Mai 2014 statt, in Deutschland am 25. Mai.

Heute informierten sich 24 Schülerinnen und Schüler des Euregio-Kollegs in Würselen über die bevorstehende Wahl zum Europäischen Parlament.

Sie setzten sich dabei mit ihren Möglichkeiten und Rechten als Bürgerinnen und Bürger der EU auseinander. Die Schülerinnen und Schüler waren engagiert bei der Sache und bildeten sich dabei ihre eigene Meinung. Besonderes Interesse zeigten die Schülerinnen und Schüler an der Europäischen Bürgerinitiative als weitere Möglichkeit der Bürgerbeteiligung in der EU.

Der Workshop wurde vom EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen zusammen mit dem CIVIC-Institut für internationale Bildung mit speziell für die Europadidaktik entwickelten Methoden durchgeführt. Somit war die Veranstaltung informativ, lebendig und aktivierend.

14-05-13-EH-Nullmeier-1Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten

Im heutigen Vortrag der Reihe 'Europa, wie weiter?' behandelte Prof. Frank Nullmeier die Frage der sozialen Gerechtigkeit in Europa. Er ist Leiter der Abteilung 'Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates' an der Universität Bremen. Insgesamt 80 Gäste fanden sich für den Vortrag im Super C ein.

Zunächst definierte Prof. Nullmeier die Frage nach sozialer Gerechtigkeit. Diese sei unterteilt in zwei Fragen; der klassischen, in der es um die Frage nach Gerechtigkeit zwischen verschiedenen sozialen Gruppen in einem Land geht und der, in der es um die Gerechtigkeit zwischen Ländern geht. Seiner Meinung nach ist diese Separierung heute nicht mehr aktuell. In einem gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftsraum, in dem man voneinander abhängig ist, könnten die Gerechtigkeitsfragen nicht mehr separat gesehen werden, so Nullmeier.

14-05-13-EH-Nullmeier-2Er mahnte an, dass Europa sich nicht auf dem Weg zur sozialen Gerechtigekeit befände, die Situation sich in den letzten Jahre sogar verschlechtert hätte. Zudem habe sich ein "Wohlfahrtschauvinismus" in den Nationalstaaten verfestigt; in dem die Menschen soziale Leistungen nicht teilen wollen.

Am Beispiel der Alterssicherung erklärte Prof. Nullmeier, wie eine europäischer Sozialstaat aussehen könnte. Da er nicht von einer natürlichen Angleichung duch Mobilität ausgeht, und auch nicht davon, dass die Europäische Union in diesem Bereich in Zukunft mehr Kompetenzen erhalten wird, schlägt er ein "Europa der zwei Geschwindigkeiten" vor. Eine mögliche Lösung könne so aussehen, dass sich einige wenige Staaten der EU in einer Sozialunion zusammenfinden. Diese Union solle die EU nicht zerstören, sondern sie ergänzen.

In der anschließenden Diskussion wurde das Thema, wie auch an den vorherigen Vortragsabenden, kontrovers dikutiert.

Heute Abend wird Prof. Dirk Messner ab 19:00 Uhr im Super C zu "Europas Bedeutung in der Welt" referieren.

14-05-09-Stolberg-EYE-1Europaklasse der Fachschule für Sozialpädagogik nahm an Europäischem Jugendevent EYE teil

Das Europäische Parlament in Straßburg öffnete vom 9. bis 11. Mai 2014 mit dem Europäischen Jugendevent EYE seine Türen für 5000 junge Menschen aus ganz Europa. Es gab politische Debatten und Workshops, Rollenspiele, ein Jugenddorf und das Kultur-Festival YO!. Alles stand unter dem Motto 'Ideen für ein besseres Europa' im sozialen, politischen und kulturellen Sinn. Die Europaklasse der Fachschule für Sozialpädagogik in Stolberg war dabei!

Die Studienfahrt war ein Kooperation des Berufskollegs Simmerath/Stolberg mit dem EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen. Für die Europaklasse war Dr. Sabine van Nek, die Koordinatorin der EU-Projekte, verantwortlich.

Die 21 Teilnehmenden besuchten unterschiedliche Workshops, z.B. 'Frag nicht, was Europa für dich tun kann ...' (Freiwilligentätigkeit), 'erasmus+ und live-Diskussionen'; 'Shining Stars of Europe' (Videowettbewerb); 'Mobilität – Wie kann die Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekämpft werden'; 'Tatort Internet' (Cybercrime); 'angry birds – happy students (digitales Lernprogramm); 'iDance – der erste computerbasierte Sport der Welt'; 'Vom Krisenmanagement zur Gestaltung der Zukunft' (Diskussion mit Ministern); 'Europa ist meine Zukunft, wenn... – Jugend äußere dich'; 'Wird es in unserer Generation eine 50/50- Beteiligung geben' (Thema: Kluft der Geschlechter); 'Darf man über alles lachen?'; 'Wir hören euch: Wer ist hier taub – wir oder Europa?' (Debatte u.A. mit Vertretern der EUDY, der gehörlosen Jugend.

Stellvertretend für die 21 Teilnehmenden werden hier einige Eindrücke von Carina Müller und Jacqueline Hardt, beide Studierende der Europaklasse, wiedergegeben:

14-05-09-Stolberg-EYE-2Am Freitag, den 09.05.2014 um 8.00 Uhr, betrat die FS 35 des Berufskollegs Stolberg den Bus nach Straßburg. Nach 4 ½ Stunden amüsanter Fahrt, erreichten endlich unser Ziel: das European Youth Event (EYE) am Europaparlament. Wir verstauten unser Gepäck und machten uns auf zu den ersten Workshops. Das Parlament war sehr eindrucksvoll. Es gab viel zu sehen und die Workshops waren interessant und informativ.

Die Themen in diese Tagen reichten von Informationsveranstaltungen wie 'erasmus+' über digitale Möglichkeiten bei 'Tatort Internet' oder 'angry birds – Spaß beim Lernen' bis hin zu Themen wie 'Mobilität – Wie kann die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden'. Besonderen Anklang fand auch der Workshop 'iDance – der erste offizielle computerbasierte Sport der Welt'.
Auf dem gesamten Gelände wimmelte es von Jugendlichen aller europäischen Nationen mit unglaublich vielen Sprachen. Da war es gut, dass überall Helfer bereit standen, die uns den Weg zu den Workshops gezeigt haben, so dass man mit Englisch und Deutsch ganz gut zurecht kam.

Um 19.00 Uhr am Freitag machten wir uns dann mit der Tram auf den Weg zum Hotel – nicht ohne uns einige Male zu verfahren. Der Abend stand uns zur freien Verfügung. Einige suchten sich einen Platz in einem der zahlreichen Restaurants, andere besuchten das vom EYE organisierte Konzert auf dem Place Kléber.

Der nächste Morgen begann früh. In dem Workshop „Shining Stars of Europe", den wir gemeinsam als Klasse besuchten, schauten wir uns die selbstgedrehten Videos mit Vorschlägen für ein besseres Europa an, die Teil eines Wettbewerbs waren, an dem auch wir teilgenommen haben – und immerhin bei der Jury-Wahl auf Platz 6 (von 79 Videos) gelandet sind. Wen es interessiert, der kann unsere Ideen für ein besseres Europa bei Youtube 'shining stars of Europe' sehen.

Am Abschlussmorgen fand sich die Klasse noch ein letztes Mal am Parlament zusammen und genoss die Abschlussfeier des EYE 2014 mit Musik und Tanz. Um 13.00 Uhr traf unser Bus am Parlament ein, mit dem wir die Rückfahrt von einer aufregenden Reise antraten.

Shining Stars of Europa - Teilnahme am Videowettbewerb

Die gesamte Europaklasse an der Fachschule für Sozialpädagogik hat sich mit der Frage beschäftigt, welche Wünsche an Europa sie hat. Anlass war u.a. ein internationaler Wettbewerb "Shining Stars of Europe", mit dem in weniger als 90 Sekunden die Wünsche verdeutlicht werden.

Während des Europäischen Jugendevents in Straßburg wurde bekannt gegeben, dass der Film aus Stolberg Platz 6 von 79 erreicht hat. Herzlichen Glückwunsch!

14-05-12-EH-Vobruba-1Vertiefte europäische Integration als Folge der Krise.

Am heutigen Montagabend setzte sich die Reihe 'Europa, wie weiter?' nach dem Wochenende fort. Unter dem Titel "Gesellschaftsbildung in der Eurokrise" sprach Prof. Georg Vobruba vor etwa 50 Gästen.

Zunächst erörterte Prof. Vobruba die Frage, worin genau die Eurokrise bestehe. Ihm zufolge gibt es zwei Interpretations-Möglichkeiten. Auf der einen Seite, kann die Krise eine Gefahr für die europäische Integration darstellen. Auf der anderen Seite, ist es durchaus möglich, dass sie eine unumgängliche Voraussetzung für die Vertiefung ist. Prof. Vobruba selbst glaubt daran, dass die Krise zu einer Vertiefung der Integration führen wird. Er sieht in ihr sogar das Potential gesellschaftsbildend zu wirken.

Das große Problem der Eurokrise bestehe darin, so Vobruba, dass dem Krisenmanagement zwei konträre Aufgaben zufallen; es muss das Vetrauen von Gläubigern in die Rückzahlungsfähigkeit der betroffenen Eurostaaten zurückgewinnen, also "stabilisieren". Gleichzeitig muss es den Gläubigern klarmachen, dass Kredite manchmal nicht zurückgezahlt werden können, also "disziplinieren". Dies sei eine unmögliche Aufgabe und die Politik hilflos. Das sei aber nicht die Schuld der Politik, es handele sich einfach um eine Situation ohne echten Ausweg.

Des Weiteren traut Prof. Vobruba der momentan etwas beruhigten Situation nicht. Er ist der Meinung, dass die Eurokrise bisher nur zur Hälfte gelöst sei. Sie habe sich gespalten; ökonomisch sei sie bereits abgeflaut, sozial habe sie sich verschlimmert. Ein mögliches Szenario sei, dass das mangelnde "Leutevertrauen" umschlage in mangelndes "Gläubigervertrauen".

Laut Prof. Vobruba war der Euro immer dazu gedacht, die Integration voranzutreiben. In der jetzigen Situation müssten Transferzahlungen geleistet werden, um den Euro zu erhalten. In der anschließenden Diskussion wurde vor allem seine Theorie der gesellschaftsbildenden Wirkung der Eurokrise in Frage gestellt.

Morgen Abend begrüßen wir als Referenten Prof. Frank Nullmeier, mit dem Thema "Soziale Gerechtigkeit in Europa?", ab 19:00 Uhr im Super C.

5000 junge Europäer diskutieren die Zukunft der EU

Die Politik- und Europaverdrossenheit greift unter Jugendlichen um sich? Auf dem ersten European Youth Event (EYE) haben die 20 Teilnehmer aus der Region Aachen davon nichts spüren können. Unterstützt durch die Büros der Europaabgeordneten aus der Region Martin Schulz und Sabine Verheyen und in Begleitung zweier Gruppenleiterin von EUROPE DIRECT Aachen konnten sie vom 9. bis 11. Mai in den Gebäuden des Europäischen Parlamentes in Straßburg mit 5000 weiteren Teilnehmern aus ganz Europa zwischen 16 und 30 Jahren diskutieren und Ideen sammeln.

14-05-09-EYE-1Im Fokus der 200 angebotenen Workshops, Podiumsdiskussionen, Debatten, Seminare und Spiele mit 180 Rednern standen die Jugendarbeitslosigkeit, die digitale Revolution, die Zukunft der Europäischen Union, Nachhaltigkeit und europäische Werte - Themen, die die europäische Jugend in besonderem Maß betreffen und die kontroverse Diskussionen anregen. Es wurden aber auch Blicke hinter die Kulissen des Europäischen Parlamentes geboten; So nutzten einige Teilnehmer etwa die Möglichkeit, sich selbst als Simultanübersetzer zu versuchen. Weitere Debatten, Workshops, Informationsstände, Ausstellungen, Vorführungen und Konzerte wurden vor dem Parlament im YO!Village und im Rahmen des YO!Fest angeboten. Auch im Stadtzentrum, auf dem Place Kléber, fand am Freitag Abend ein öffentliches Open Air Konzert statt, auf dem die besondere Atmosphere eines solchen Jugendevents zu spüren war.

Den Abschluss des EYE bildeten die Yo! Club Night am Samstag und die Abschlusszeremonie am nächsten Morgen im Plenarsaal. Begeistert von den Eindrücken dieser drei Tage regten die Teilnehmer bei der Abschlussveranstaltung ein zweites EYE im nächsten Jahr an. Zentrale Forderungen der Jugendlichen sind eine Verbesserung des gesetzlichen Schutzes für Praktikanten, einheitliche Bestimmungen für die Europawahl und mehr Europa im Lehrplan der Schulen. Einen detaillierten Bericht über die Ergebnisse der Diskussionen und Workshops wird eine Gruppe junger Journalisten, die die Veranstaltungen begleiteten, veröffentlichen und dem neuen Parlament in seiner ersten Sitzung im Juli vorlegen.

14-05-09-EYE-2Für die Gruppe aus Aachen gab es neben den Veranstaltungen im Rahmen des EYE ein weiteres Highlight am Sonntag: Bei einer Bootsfahrt über die Ill konnten sie die spannende Geschichte und die historischen Gebäude der Stadt bestaunen, bevor es im Bus zurück nach Aachen ging.

Das Fazit der Teilnehmer aus Aachen? Die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen aus 28 EU-Mitgliedstaaten auszutauschen, war eine ganz besondere Erfahrung. Umfassende Hintergrundinformationen aus verschiedenen Perspektiven zeigten Probleme und Herausforderungen auf, lieferten aber ebenso genügend Stoff für neue Anregungen und Ideen, wenn auch aufgrund der zeitlichen Beschränkungen nicht alle Diskussionen zu einer Lösung und einem befriedigenden Abschluss kommen konnten.