17 05 22 König trifft Kresminski 1"Ist Europas Zukunft bedroht?" mit dieser Frage setzten sich heute im Hörsaalzentrum C.A.R.L im Rahmen des Karlspreisprogramms Prof. Dr. Helmut König vom Institut für Politische Wissenschaft und Adam Krzemiński, polnischer Journalist und Publizist, auseinander.

Im Gespräch zwischen König und Krzemiński ging es um den Blick des "Westens" auf die osteuropäischen Nachbarn und aktuelle politische Entwicklungen. Rund 100 Zuhörer lauschten gespannt den Rednern. Nicht nur in Westeuropa gibt es eine zunehmende Präsenz populistischer Parteien in der Politik und wachsende antieuropäische Tendenzen, die sich z.B. im Brexit-Votum äußerten. Auch in Osteuropa gibt es unter anderem in Polen Beschlüsse und Gesetzesentwürfe der regierenden PiS Partei, mit denen man sich kritisch auseinandersetzen sollte.

Krzemiński erläuterte die jüngeren politischen Entwicklungen in Polen und stellte dabei die Unterschiede in der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Polen heraus. Dabei verwies er auf die Auswirkungen der wechselnden nationalen Grenzen im Zuge von Unabhängigkeitsbestrebungen und Besatzung im 19. Und 20. Jahrhundert. Daraus ergebe sich ein besonderes Verhältnis Polens zu Deutschland und Russland, welches aus der deutschen Perspektive häufig nicht hinreichend wahrgenommen werde.

Des Weiteren ging es im Gespräch um die Bedeutung der gewaltfreien Revolution 1989 und der EU-Osterweiterung für die europäische Integration.

Vier Studierende der RWTH hatten ebenfalls Fragen vorbereitet, die sie an Herrn Krzemiński stellten. Dabei ging es unter anderem darum, wie sich die öffentliche Meinung in Polen und Osteuropa angesichts der Flüchtlingskrise verändert hat und in wie weit sich der wachsende Populismus in West- und Osteuropa unterscheiden bzw. wo Gemeinsamkeiten liegen.

Organisiert wurde der Abend unter anderem vom Projekt Leonardo der RWTH.

17 05 19 Franz Hiss Schweiz 1Heute trafen sich im Grashaus 16 Ehemalige der Klasse 8c des MNG Basel des Abiturjahrgangs 1961 zu einer Gesprächsrunde, um gemeinsam mit Gästen über das Verhältnis zwischen der EU und der Schweiz zu sprechen.

Im Europäischen Klassenzimmer im Grashaus erklärte der Leiter des EUROPE DIRECT Informationsbüros, Winfried Brömmel, zunächst das Konzept von EUROPE DIRECT und mit welchen konkreten Themen sich grenzübergreifend in Aachen auseinander gesetzt wird. Dabei wurde die Zusammenarbeit in der Euregio Maas-Rhein dargestellt.

Im Anschluss hielt Franz Hiss, der seine alten Klassenkameraden nach Aachen eigeladen hatte, einen kurzen Vortrag über die Ursprünge der Idee eines geeinten Europas und welche Schweizer Beiträge es zu diesem Thema gibt.

Frau Dr. Rita Darboven, Geschäftsführerin von Kreascientia, einer gemeinnützigen Gesellschaft für kreative Bildung, verwies auf das Wirken von Karl dem Großen und seinem Einfluss auf das Entstehen einer europäischen Identität.

Marianne Huppenbauer, Vorsitzende des Schweizer‐Club Aachen e.V. sprach über das Verhältnis zwischen im Ausland lebenden Schweizern und Inlandschweizern und deren Interessenvertretung durch die Auslandschweizer-Organisation.

Gabriele Tetzner, stellvertretende Landesvorsitzende der Europa‐Union NRW, erklärte die Verbindungen zwischen europäischen Bewegungen und Ideen zur Schweiz und erläuterte, dass die Europa-Union als föderale Bewegung älter ist, als die Pläne zur Umsetzung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft oder Europäischen Union.

Die großen runden Tische luden alle Teilnehmer dazu ein ihre Gedanken und Meinungen zu den vorgetragenen Aspekten zu äußern und selbst in das Gespräch mit einzusteigen, welches von Franz Hiss moderiert wurde. Es wurden viele aktuelle Fragen der Europäischen Gemeinschaft diskutiert, so die Sorge um den wachsenden Nationalismus, die wirtschaftliche Konsilidierung und die Rolle der EU in der Welt.

Das Angebot an kostenlosem EU-Informationsmaterial, das EUROPE DIRECT bereitstelle, wurde gerne angenommen.

Im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Aachen fand heute als Teil des Karlspreisrahmenprogramms ein Vortrag mit anschließender Fragerunde zum Thema 'Erfolge und Grenzen ziviler Missionen' statt.

Zu Gast war Kerstin Lepper, die von der Bundesrepublik Deutschland als Entwicklungshelferin zu diversen Friedenseinsätzen unter anderem nach Bosnien-Herzegowina, Sri Lanka, Afghanistan und Tadschikistan entsandt wurde und Thomas Thelen, stellvertretender Chefredakteur der Aachener Zeitung/ Aachener Nachrichten.

Nach einer Begrüßung durch den Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Herrn Zimmermann, hielt Frau Lepper einen kurzen Vortrag über die Geschichte ziviler Missionen und ging dabei auch auf die Probleme ihrer erfolgreichen Umsetzung ein. Dies veranschaulichte sie mit Hilfe von Beschreibungen und Bildern aus ihrem Berufsalltag.

Anschließend an den Vortrag stellten Schüler einer Klasse, welche sich eine Woche zuvor mit dem Thema auseinander gesetzt hatte, ihre ausgearbeiteten Fragen an Frau Lepper. Herr Thelen moderierte das Gespräch und setzte durch gezielte Nachfragen Akzente auf besonders informative Erzählungen. Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich sehr für die persönlichen Erfahrungen während der Arbeit in Ländern wie Afghanistan, wo Frau Lepper viele Jahre tätig war.
Daher waren es gerade die Fragen nach Schlüsselmomenten und sowie Berichte über die kleine Erfolge, welche den Schülerinnen und Schülern ein anschauliches Bild der schwierigen und vielseitigen Berufswelt von Entwicklungshelfern vermittelte.

Die Veranstaltung an der rund 240 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums teilnahmen wurde durch Musikstücke am Flügel abgerundet.
Das EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen war mit einem Infostand vertreten, der von interessierten Lehrkräften und Schülern besucht wurde.

17 05 17 Richter trifft Röder 2"Muss Europa neu erzählt werden?" Diese Frage stellten sich heute im Hörsaalzentrum C.A.R.L. als Programmpunkt des Karlspreisrahmenprogramms Prof. Dr. Emanuel Richter vom Institut für Politische Wissenschaft und Daniel Röder, Gründer der Bürgerinitiative "Pulse of Europe".

Im November 2016, am Tag nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, hatten Röder und seine Frau beschlossen, dass es Zeit wäre, etwas zu tun, für ein vereinigtes Europa einzustehen.

Immer wieder betonte Röder im Verlauf des Abends, den rund 90 Zuhörer besuchten, dass es sich bei "Pulse of Europe" um eine überparteiliche Bewegung handelt, eine, die bewusst keine konkreten Ziele formuliert hat und formulieren will. Es sei schon alleine dadurch viel erreicht worden, dass man es geschafft habe, zehntausende von Menschen europaweit für Europa auf die Straße zu bekommen und damit zu zeigen, dass es nach wie vor Menschen gibt, denen dieses Europa wichtig ist.

Der Titel der Veranstaltung lässt bereit erahnen, dass es viel um Narrative, also Erzählungen von und über Europa ging. Auch hier hatte Röder eine klare Antwort: das Hauptnarrativ Europas müsse nach wie vor der Frieden sein: „Wenn man von Europa erzählt, dann ist das eine Geschichte von Krieg und Frieden.“

Emanuel Richter sprach kurz über das "europäische Masternarrativ", welches sich vereinfacht liest als Europa als eine Gemeinschaft des Friedens, des Wachstums und mit dem Ziel, zu einem finalen Abschluss zu kommen. Fraglich ist allerdings bis heute, wie dieser Abschluss aussehen sollen. Darüber müsse auch noch weiter diskutiert werden.

Im Anschluss diskutierten zuerst einige Studenten mit Herrn Richter und Herrn Röder, danach wurde die Diskussion auch für das Publikum geöffnet.

Organisiert wurde der Abend unter anderem vom Projekt Leonardo der RWTH Aachen.

17 05 11 FrankreichNeuer Wind aus Paris?
Frankreich und Europa nach der Präsidentschaftswahl

Am 7. Mai 2017 wurde in Frankreich in einer Stichwahl Emmanuel Macron als neuer Präsident gewählt. Er setzte sich mit 66,1 Prozent der abgegebenen Stimmen in der Stichwahl gegen Marine Le Pen durch.

Die Präsidentschaftswahlen in Frankreich wurden in Europa und weltweit mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Nach dem Brexit und der Trump-Wahl fürchtete sich die liberale westliche Welt, dass Marine Le Pen, die Spitzenkandidatin der rechtspopulistischen Partei Front National, Chancen auf die französische Präsidentschaft hat.

Heute diskutierten der Politikwissenschaftler und Historiker Siebo Janssen und der Gast aus Frankreich, Richard Stock, Direktor des Centre Européen Robert Schuman aus Scy-Chazelles bei Metz u.a. folgende Fragen:
Was bedeutet der Ausgang der Wahl in Frankreich für Europa?
Was wird aus der viel beschworenen deutsch-französischen Partnerschaft?

17 05 11 Frankreich 1Richard Stock machte deutlich, dass Macrons Wahlsieg Hoffnungen für Frankreichs wirtschaftliche Erholung und die Zukunft Europas aufkommen lässt. Wenn allerdings dieser Elan nicht und von anderen EU-Mitgliedern wie Deutschland genutzt würde, drohe ein neues Erstarken der Populisten. Viele Franzosen empfänden die Finanzkrise als Wendepunkt: Mit ihr hätte Deutschland als größte Wirtschaftsnation in der EU an Macht gewonnen, Frankreich habe politischen Einfluss verloren, so dass eine wachsende Asymmetrie aufkomme. Oft höre man starke Kritik an den Handelsüberschüssen Deutschlands, aber Richards Stock vertrat die Auffassung, dass sich Frankreich seinen Handel durch mehr Innovation und Selbstbewusstsein selbst verbessern müsse. Die Rolle der Gewerkschaften und von Streiks, die sehr häufig in Frankreich durchgeführt werden, ließe sich laut Stock nicht einfach einem möglichen deutschen Vorbild anpassen. Dafür sei die Rolle von Streiks in Frankreich komplett anders als in Deutschland.

Im Sitzungssaal des Haus Löwenstein fanden sich gut 60 Gäste ein, die sich mit zahlreichen Fragen und Anmerkungen einbrachten, sodass die Veranstaltung länger als geplant dauerte. Die Veranstalter waren neben dem EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen auch die Karlspreisstiftung und das Deutsch-Französische Kulturinstitut Aachen.

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