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Zum Welt-Artenschutztag bekräftigt die Europäische Kommission ihren Aufruf an Nationalparks, Forschungszentren, Museen, Aquarien, botanische Gärten und Zoos, ihrem 2020 gegründeten, weltweiten Bündnis „Gemeinsam für Biodiversität“ beizutreten. Darin haben sich bisher 200 Einrichtungen zusammengeschlossen, um den Verlust der Artenvielfalt zu bekämpfen. Sie wollen damit auch mehr Regierungen davon überzeugen, auf der CoP15 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt ambitionierte Ziele zu setzen. Aus Deutschland haben sich bisher 32 Akteure dem Bündnis angeschlossen. Die Europäische Kommission ist auch der zwischenstaatlichen Koalition der hohen Ambitionen für Natur und Mensch beigetreten, die auf dem „One Planet Summit“ im Januar dieses Jahres ins Leben gerufen wurde. Innerhalb dieser Koalition unterstützt sie aktiv das Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresgebiete zu schützen.

Saveourplanet 300Der für den europäischen Grünen Deal zuständige Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans erklärte: „Die Menschheit zerstört die Natur in nie dagewesenem Tempo, und es besteht die Gefahr, dass fast eine Million Arten verloren gehen. Dies ist eine unmittelbare Bedrohung unserer eigenen Gesundheit und unseres eigenen Wohlergehens, da wir vollkommen von diesem reichen lebendigen Gefüge unseres Planeten abhängig sind. Wir müssen unser Verhältnis zur Natur dringend wieder ins Gleichgewicht bringen und den Verlust an biologischer Vielfalt rückgängig machen. Die Maßnahmen beginnen mit dem Bewusstsein für die Problematik, und daher ist die im Rahmen von Bündnissen wie ,Gemeinsam für Biodiversität‘ geleistete Arbeit von entscheidender Bedeutung, wenn wir unsere natürliche Umwelt auf den Weg der Erholung bringen wollen.“

EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius erklärte: „Anlässlich des diesjährigen Welt-Artenschutztages sowie zur Feier des ersten Jahrestages der Gründung des weltweiten Bündnisses ,Gemeinsam für Biodiversität‘ wollen wir auch klar aufzeigen, welche Verluste wir in einer Welt ohne Natur riskieren. Deshalb nutzen wir alle Mittel, um weitere Partner in der ganzen Welt an Bord zu holen und rufen Nationen auf, sich der Koalition der hohen Ambitionen anzuschließen. Denn die entscheidende CoP15 rückt immer näher.“

Seit seiner Gründung im ozeanographischen Institut von Monaco vor genau einem Jahr haben sich 205 Einrichtungen aus 47 Ländern der gemeinsamen Zusage des Bündnisses angeschlossen und rufen alle Beteiligten – von Unternehmen und Gemeinden bis zu Bürgerinnen, Bürgern und Regierungen – zum Handeln auf. Ziel der Kommission ist es, die Zahl der teilnehmenden Organisationen weiter zu erhöhen und insgesamt mehr als 500 Organisationen für diese Sache zu gewinnen.

Mit ihren Sammlungen, Lernangeboten und Naturschutzprogrammen sind diese am dem weltweiten Bündnis beteiligten Einrichtungen wichtige Botschafter, um die Öffentlichkeit für die dramatischen Folgen der Biodiversitätskrise zu sensibilisieren. Zu den Partnern in Europa gehören hochkarätige Einrichtungen wie die naturkundlichen/naturhistorischen Museen in Berlin, Paris, Wien und Madrid, das Biosphärenreservat Donaudelta in Rumänien und der Nationalpark Kerkini-See in Griechenland, die botanischen Gärten von Porto, Rom und Kopenhagen sowie dutzende Zoos und Aquarien in der gesamten EU – von Dublin bis Riga, Barcelona bis Odense und Stuttgart bis Beauval. Auf zahlreiche Anfragen der Forschungsgemeinschaft hin wurde das Bündnis auch für Forschungszentren und Universitäten geöffnet. Die Universität Bergen in Norwegen war als allererste dabei.

Zu den ersten Mitgliedern auf anderen Kontinenten gehören der Nationalpark Gorongosa in Mosambik und die 19 von der Organisation African Parks verwalteten Nationalparks in 11 Ländern, das wissenschaftliche Museum Puerto Rico, der Zoo von São Paulo in Brasilien, der Central Park Zoo in den USA, das Angkor Zentrum zur Erhaltung der Biodiversität in Kambodscha und das Aquarium von Kapstadt in Südafrika.

Das Bündnis wird ferner von 36 Organisationen unterstützt, darunter weltweit tätige, europäische und nationale Verbände von Zoos, Aquarien und botanischen Gärten, Museumsverbände, Forschungsorganisationen, lokale Regierungsverbände, Naturschutzvereine und NRO.

Die Europäische Kommission hat im vergangenen Jahr im Rahmen des europäischen Grünen Deals ihre EU-Biodiversitätsstrategie angenommen, mit der die biologische Vielfalt Europas bis 2030 auf den Weg der Erholung gebracht werden soll. Darin verpflichtet sich die EU, ein größeres EU-weites Netz wirksam bewirtschafteter Schutzgebiete einzurichten, das 30 Prozent der Land- und 30 Prozent der Meeresgebiete umfasst. Ein Drittel dieser Gebiete soll streng geschützt werden.

Die Kommission arbeitet derzeit an Leitlinien für die Einrichtung dieser Gebiete. In der Strategie wurde auch die Entschlossenheit der Kommission zum Ausdruck gebracht, alle Instrumente des auswärtigen Handelns und internationaler Partnerschaften zu mobilisieren, um zur Entwicklung eines ehrgeizigen neuen globalen Biodiversitätsrahmens der Vereinten Nationen beizutragen. Die Kommission wird ihre Biodiversitätsstrategie mit zahlreichen Maßnahmen und Initiativen weiterverfolgen. Dazu gehören eine EU-Waldstrategie, eine EU-Bodenstrategie, ein Aktionsplan zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels sowie rechtsverbindliche Ziele für die Wiederherstellung der Natur.

Hintergrund

Im Vorfeld der 15. Konferenz der Vertragsparteien hat die politische Dynamik zugenommen: Vor dem ersten Biodiversitätsgipfel der Vereinten Nationen wurde im September am Rande der 75. VN-Generalversammlung die „Leaders Pledge for Nature“ (Zusage der Staats- und Regierungschefs für die Natur) ins Leben gerufen. Derzeit haben sich 84 Länder und die Europäische Union verpflichtet, den Verlust an biologischer Vielfalt bis 2030 im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung umzukehren.

Im vergangenen Monat wurden die Herausforderungen, denen sich die Menschheit aufgrund des Verlusts an biologischer Vielfalt, des Klimawandels und der Umweltverschmutzung gegenübersieht, im neuen UNEP-Bericht „Making Peace with Nature“ (Frieden schließen mit der Natur), der von der EU kofinanziert wurde, erneut hervorgehoben.

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