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EU-Kommission will humanitäre Hilfe der EU stärken

Das globale Hilfssystem steht unter starkem Druck, gleichzeitig ist der humanitäre Bedarf so hoch wie nie zuvor. Wie die EU vor diesem Hintergrund weiterhin ein verlässlicher und prinzipientreuer Geber bleiben kann, hat die EU-Kommission in einer neuen Mittelung zur humanitären Hilfe dargelegt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: „Als weltweit führender Geber humanitärer Hilfe setzt sich die Europäische Union weiterhin für die Würde der Bedürftigen sowie derjenigen ein, die ihr Leben riskieren, um ihnen zu helfen. Mit diesem Paket stellen wir sicher, dass lebensrettende Hilfe auch unter schwierigsten Bedingungen effizienter geleistet wird. Gleichzeitig stärken wir die Widerstandsfähigkeit, um die Abhängigkeit von Hilfe zu verringern.“

Weltweit benötigen 239 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, doch mit den derzeitigen weltweiten Mitteln kann weniger als die Hälfte der Bedürftigen unterstützt werden, sodass Millionen Menschen ohne lebensrettende Hilfe bleiben. Die Zahl der Krisen und ihre Dauer nehmen zu, während Mittelkürzungen und Unsicherheit die Bereitstellung lebensrettender Hilfe zunehmend erschweren.

EU als führender, prinzipientreuer Geber

Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und -management sowie Gleichberechtigung, sagte: „Der humanitäre Bedarf steigt weltweit. Er hat sich in nur 20 Jahren verachtfacht. Doch es geht hier nicht nur um Zahlen. Humanitäre Helferinnen und Helfer werden angegriffen, Zivilisten werden als Kriegswaffe missbraucht, und die Grundsätze, an denen sich humanitäre Hilfe orientieren sollte, werden untergraben. Die Europäische Union macht deutlich, wofür wir stehen. Wir sind ein führender, prinzipientreuer Geber. Wir werden den humanitären Handlungsspielraum verteidigen und auf Bedürfnisse reagieren, wo immer sie entstehen. Als entschiedene Befürworter des Multilateralismus werden wir auch einen konkreten Beitrag zu einem humanitären System leisten, das bessere Ergebnisse erzielt und dabei effizienter, wirksamer und widerstandsfähiger ist.“

Die Europäische Kommission und die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik reagieren mit konkreten Lösungen, um sicherzustellen, dass prinzipientreue humanitäre Hilfe die Menschen in Not weltweit erreicht. Dies stützt sich auf drei Säulen: Schutz, Leistung und Partnerschaft.

Schutz

Die EU wird konkrete Maßnahmen ergreifen, damit humanitäre Hilfe sicher und ungehindert geleistet werden kann. Dies bedeutet eine Intensivierung der humanitären Diplomatie im Rahmen einer gemeinsamen „Team Europe“-Initiative. Zu diesem Zweck werden alle verfügbaren Instrumente genutzt, darunter politische Dialoge und Menschenrechtsdialoge, Lobbyarbeit auf internationaler Ebene und die Koordinierung in multilateralen Foren sowie Friedensvermittlung und Stabilisierung.

Die EU wird zudem die Maßnahmen und die Finanzierung für die Sicherheit humanitärer Helfer verstärken – von der Prävention von Sicherheitsvorfällen bis hin zur Betreuung der Opfer. Die Stimmen der betroffenen Menschen zählen – die EU wird eine stärkere Rolle lokaler Akteure bei der humanitären Hilfe fördern, Gemeinschaften stärken und sicherstellen, dass unsere Hilfe alle einbezieht, insbesondere die am stärksten gefährdeten Menschen.

Leistung

Durch die Reform der humanitären Lieferketten wird die EU die Kosteneffizienz von der Beschaffung bis zur Lieferung auf der letzten Meile maximieren. Die EU wird zudem Finanzierungsmodalitäten ausweiten, die die Effizienz und Vorhersehbarkeit der Hilfe sowie die Würde der Begünstigten fördern, darunter Bargeldhilfen, vorausschauende Maßnahmen, mehrjährige Finanzierung, gemeinsame Fonds und die Unterstützung lokaler Akteure. Gemeinsame Dienste, die die Bereitstellung humanitärer Hilfe ermöglichen, einschließlich qualitativ hochwertiger und gemeinsam genutzter Daten über die Bedürfnisse der Menschen, werden ebenfalls weiter unterstützt.

Partnerschaft

Die EU wird Resilienz und Frieden fördern und nachhaltige Lösungen anbieten, um die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe zu verringern. Die EU wird enger mit internationalen Finanzinstitutionen, dem Privatsektor und philanthropischen Organisationen zusammenarbeiten, um innovative Wege zur Finanzierung fragiler Regionen und der Menschen zu finden, die diese Hilfe am dringendsten benötigen, und ihnen so beim Übergang von Fragilität zu Resilienz zu helfen. Das humanitäre „Team Europe“ kann gemeinsam mehr bewirken, und es werden auch Möglichkeiten geprüft, Ressourcen wirkungsvoller zu bündeln.

Hintergrund

Das internationale humanitäre System wurde durch den Ausbruch bewaffneter Konflikte, die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen, der Ukraine oder im Sudan in seinen Grundfesten erschüttert, und drastische Mittelkürzungen beeinträchtigen alle Aspekte der humanitären Arbeit.

Die Zahl der gewaltsam Vertriebenen oder Asylsuchenden hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und wird im Jahr 2025 117,3 Millionen erreichen. Rund 20 Prozent aller Kinder weltweit – etwa eine halbe Milliarde – leben in Konfliktgebieten oder sind auf der Flucht. Sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, einschließlich konfliktbedingter sexueller Gewalt, hat weiter zugenommen und richtet sich vor allem gegen Frauen und Mädchen. Globale Ernährungsunsicherheit und Unterernährung breiten sich immer weiter aus, wobei die Zahl der Menschen, die unter akutem Hunger leiden, katastrophale Ausmaße erreicht.

Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten leisten den größten Beitrag zur weltweiten humanitären Hilfe (35 Prozent im Jahr 2025). Allein die Europäische Kommission hat in diesem Jahr fast 2 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe bereitgestellt. Die EU wird weiterhin bedarfsorientierte, inklusive und diskriminierungsfreie Hilfe leisten, um Leben zu retten und die Menschenwürde zu wahren.

Diese Bemühungen finden bei den EU-Bürger*innen starke und beständige Unterstützung. Im Jahr 2024 hielten 91 Prozent der Befragten der Eurobarometer-Umfrage der Kommission es für wichtig, dass die EU humanitäre Hilfe finanziert.

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