EU-Meldungen

EU-weiter Anstieg um 2,1 Prozent

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen ist im letzten Jahr deutlich gestiegen. Die am vergangenen Freitag, 25. Januar, von der EU-Kommission vorgelegten Zahlen zeigen einen Anstieg des Frauenanteils in den Leitungsorganen von 13,7 Prozent im Januar 2012 auf jetzt 15,8 Prozent. In Deutschland erhöhte sich der Frauenanteil in den Leitungsorganen in diesem Zeitraum von 15,7 auf 18 Prozent. Dazu erklärte Kommissionsvizepräsidentin Viviane Reding: "Die Erfahrung hat es gezeigt: Gesetzgeberischer Druck wirkt. Die Unternehmen begreifen allmählich, dass sie es sich einfach nicht leisten können, auf die Frauen und ihr Potenzial zu verzichten, wenn sie in einer alternden Gesellschaft wettbewerbsfähig bleiben wollen: 60 Prozent der Hochschulabsolventen sind nun einmal Frauen."

Der Frauenanteil hat sich in sämtlichen EU-Ländern mit Ausnahme von drei Ländern (Bulgarien, Polen und Irland) erhöht. Dem erstmals so hohen Anstieg innerhalb eines Jahres war der Vorschlag der EU-Kommission vorausgegangen, den Anteil von Frauen in den Leitungsorganen börsennotierter Unternehmen auf 40 Prozent anzuheben. Von den Ländern mit Quotenregelungen gehen nach wie vor die stärksten Impulse aus. Den größten prozentualen Anstieg verzeichnete Italien (plus 4,9 Prozentpunkte auf 11 Prozent), das vor kurzem eine Quotenregelung eingeführt hat. Frankreich, das 2011 eine Quotenregelung eingeführt hat, hat als erstes Land der EU erreicht, dass in den obersten Leitungsorganen aller großen börsennotierten Unternehmen mehr als eine Frau vertreten ist.