Mit einer neuen Bioökonomie-Strategie will die Europäische Kommission die Nutzung erneuerbarer biologischer Ressourcen in verschiedenen Wirtschaftssektoren stärken. Ein vermehrter Einsatz von Materialien und Produkten, die nicht aus kritischen Rohstoffen bestehen, unterstützt die Entwicklung einer kreislauforientierten und dekarbonisierten Wirtschaft und verringert die Abhängigkeit Europas von fossilen Importen.
Bioökonomie birgt ein enormes Potential
Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, resiliente Wasserversorgung und wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, sagte: „Die Bioökonomie bietet ein enormes Skalierungs-Potenzial - von Produkten des täglichen Bedarfs, über die Häuser, in denen wir leben, bis hin zu großen industriellen Anwendungen. Dies ist eine Wachstumsstrategie, die unsere Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und gleichzeitig sicherstellen wird, dass die Natur und gesunde Ökosysteme das Rückgrat unserer Wirtschaft bleiben.“
Praktische Lösungen unterstützen
Mit der neuen Strategie wird die EU Aktivitäten unterstützen, die nachhaltige praktische Lösungen bieten. Etwa für die Nutzung biologischer Ressourcen in Sektoren wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Aquakultur, Biomasseverarbeitung, Bioproduktion und Biotechnologien.
Über 17 Millionen Beschäftigte
Mit einem Wert bis zu 2,7 Billionen Euro im Jahr 2023 und 17,1 Millionen Beschäftigten (rund 8 Prozent der Arbeitsplätze in der EU) trägt die Bioökonomie der EU bereits erheblich zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zum Wirtschaftswachstum in Europa bei. Jeder Arbeitsplatz in der Bioökonomie schafft drei indirekte Arbeitsplätze in der EU. Beispiele für Produkte sind biobasierte Chemikalien aus Algen, die zur Herstellung von Arzneimitteln, Körperpflegeprodukten und für industrielle Anwendungen genutzt werden. Biobasierte Kunststoffe werden zunehmend in Verpackungen und Automobilteilen eingesetzt. Auch biobasierte Textilfasern und Düngemittel sind zunehmend gefragt.
Jedoch gibt es noch immer ein riesiges ungenutztes Potenzial. Die EU-Bioökonomiestrategie zielt darauf ab, dieses Potenzial zu erschließen, indem Innovationen und Investitionen ausgeweitet, Leitmärkte für biobasierte Materialien und Technologien entwickelt, eine nachhaltige Versorgung mit Biomasse sichergestellt und globale Chancen genutzt werden.
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